Villa d'Este: Eine Tiefenbetrachtung des Renaissance-Wassergartens in Tivoli
Villa d'Este in Tivoli ist wohl der spektakulärste Renaissancegarten der Welt. 1550 für Kardinal Ippolito II. d'Este begonnen und von Pirro Ligorio entworfen, nutzt der Garten den natürlichen Hang von Tivoli, um Wasser von Terrasse zu Terrasse durch 500 Fontänen, Düsen und Kaskaden fallen zu lassen — ein hydraulisches Schauspiel, das Besucher seit fast 500 Jahren beeindruckt.
Der Groll des Kardinals
Ippolito II. d'Este war 1549, 1555 und 1559 der enttäuschte Papstkandidat. Villa d'Este war zum Teil der Trostpreis: ein Garten, so prächtig, dass kein zukünftiger Papst ihn übertreffen könnte.
Das Gelände
Tivoli war schon in der römischen Antike berühmter Kurort; Hadrians Villa liegt direkt unterhalb. Die Lage verbindet ständig fließendes Frischwasser (vom Aniene) mit Aussicht über die römische Campagna.
Pirro Ligorios Hydraulik
Ligorio war Antiquar und Ingenieur. Er entwarf ein System, das nur durch Schwerkraft 500 Fontänen kontinuierlich speist — dasselbe System, das seit 470 Jahren funktioniert.
Die Hundert Fontänen
Die Cento Fontane, eine 130 Meter lange Wand kaskadierender Fontänen, die Flüsse und Apenninen darstellen, ist das ikonische Element.
Der Orgelbrunnen
Eine hydraulisch betriebene Orgel, die Musik spielt — 2003 wieder in Funktion versetzt. Eine der großen Wasserspielzeug-Erfindungen der Renaissance.
Restaurierung und Gegenwart
Seit 1918 in italienischem Staatsbesitz; seit 2001 UNESCO-Welterbe. Die Restaurierung dauert an. Ganzjährig geöffnet; Fontänen können in trockenen Sommern ohne Vorankündigung abgeschaltet werden.
Auf der Karte erkunden
Alle in diesem Artikel genannten Gärten sind auf der interaktiven Karte markiert. Nutzen Sie sie, um eine Route zu planen, nahegelegene Anlagen zu einer Reise zu verbinden oder Gärten nach Stil und Saison zu vergleichen.